Website selbst bauen
oder machen lassen?
- Selbst bauen ist möglich. Die ehrliche Frage ist, ob es sich für dich rechnet.
- Rechne deine eigenen Stunden zu deinem eigenen Stundensatz, dann wird die Sache klar.
- Der teuerste Posten steht auf keiner Rechnung: deine Zeit und die Aufträge, die liegen bleiben.
- Wenn dir so etwas Spaß macht, mach es selbst. Ein Baukasten reicht dann oft völlig.
Natürlich kannst du deine Website selbst bauen. Die Baukästen sind da, viele kosten fast nichts, und ein paar Klicks später steht ein Grundgerüst. Die ehrliche Frage ist also nicht, ob du es kannst. Die Frage ist, ob du es wirklich tust und ob es sich für dich rechnet.
Die Rechnung, die kaum jemand aufmacht
Deinen Stundensatz kennst du besser als jeder andere. Nehmen wir an, eine Stunde deiner Arbeit ist 70 Euro wert, netto, am Kunden verdient. Jetzt überleg ehrlich, wie viele Stunden so eine Seite wirklich frisst:
| Das Tool verstehen und sich einarbeiten | 4 bis 6 Std. |
| Texte schreiben, die nicht nach Baukasten klingen | 4 bis 6 Std. |
| Fotos machen, auswählen, zuschneiden | 2 bis 3 Std. |
| Kontaktformular einrichten, das auch wirklich sendet | 1 bis 2 Std. |
| Alles auf dem Handy testen und korrigieren | 2 bis 4 Std. |
| Die Seite bei Google auffindbar machen | 4 bis 6 Std. |
| Impressum und Datenschutz sauber hinbekommen | 2 bis 4 Std. |
| Macht bei 70 €/Std. | 19 bis 31 Std. ≈ 1.330 bis 2.170 € |
Der Posten, der auf keiner Rechnung steht
Diese Stunden fallen nicht vom Himmel. Entweder gehen sie von deiner bezahlten Arbeit ab. Dann kostet dich jede Stunde an der Website einen echten Auftrag. Oder sie gehen vom Feierabend ab, vom Wochenende, von der Familie.
Beides ist teuer. Nur taucht es auf keiner Rechnung auf.
Die günstigste Variante ist nicht die, bei der du nichts zahlst. Es ist die, bei der du am wenigsten verlierst. Und das ist nicht immer das Selbermachen.
Und fertig ist die Seite nie
Eine Website ist kein Möbelstück, das man einmal aufstellt und stehen lässt. Google will Pflege. Neue Projektfotos wollen rein. Mal ändert sich eine Nummer, mal ein Preis. Selbst gebaut heißt: du bist ab sofort auch noch dein eigener Website-Betreuer, neben allem anderen, was ohnehin schon auf dem Tisch liegt.
Das eigentliche Risiko
Das häufigste Ergebnis beim Selbermachen ist nicht die schlechte Website. Es ist die Seite, die nie online geht, weil zwischen Tür und Angel einfach nie die Zeit war, sie fertig zu machen. Oder eine, die zwar steht, aber niemanden überzeugt. Dann wandert der Auftrag zum Mitbewerber, dessen Auftritt professioneller wirkt.
Wann Selbermachen wirklich die richtige Wahl ist
Jetzt der ehrliche Teil, auch wenn er gegen mein eigenes Projekt spricht: Wenn dir so etwas Spaß macht und du die Abende dafür übrig hast, dann mach es selbst. Ganz im Ernst. Es gibt Menschen, denen das liegt, und für die ist ein Baukasten wie Jimdo, IONOS oder Wix völlig ausreichend. Wenn du nur eine einfache Visitenkarte im Netz brauchst und wenig Wettbewerb hast, tut es das auch.
Wenn du aber schon beim Gedanken an Texte und Technik müde wirst, dann ist Selbermachen nicht die günstige Variante. Es ist nur die, bei der die Kosten woanders versteckt sind. In deiner Zeit. Und in den Aufträgen, die in der Zwischenzeit liegen bleiben.
Mein ehrlicher Rat
Mach dir die Rechnung oben einmal mit deinen eigenen Zahlen. Wenn unterm Strich rauskommt, dass deine Zeit besser in der Werkstatt aufgehoben ist, dann lohnt es sich, das abzugeben. Wenn nicht, spar dir das Geld. Ich verkaufe hier nichts, ich zeige nur, wie so eine Seite aussehen kann.
- Beispielrechnung mit gerundeten Werten. Stundensatz und Aufwand sind je nach Betrieb sehr unterschiedlich.